GSSD Nachrichtenbunker, Treuenbrietzen

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt

 

1. Vom Rüstungswerk zum Militärgelände

2. Der Nachrichtenbunker

3. Heutige Nutzung

4. Fotogalerie

5. Quellen

 

 

 

 

Vom Rüstungswerk zum Militärgelände

 

Durch den Versailler Vertag war es Deutschland verboten, Kriegswaffen herzustellen. Damit niemand über die Rüstungsproduktion Verdacht schöpft, wurde das schon bestehende Werk A - Sebaldushof als Metallwarenfabrik bezeichnet. Schon vor der Machtergreifung Hitlers setzte sich der wirtschaftliche Aufschwung in und um Treuenbrietzen fort. 1933 erfolgte der Bau des zweiten Rüstungswerks, das Werk S - Selterhof 1. Später folgte noch das Werk Roederhof in Belzig. Für die Produktion wurden zunächst Arbeitskräfte aus der Region, dann aus dem Rheinland, Sudetenland, Österreich und später Zwangsarbeiter aus dem besetzten Gebieten eingesetzt 2.

Die weitere Nutzung des Geländes war von 1938 - 1945 als Kaserne und zur Munitionsfertigung. Ab 1948 als Quarantänestation für Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft 1. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Firma Kopp und Co. enteignet, die Maschinen der Werke demontiert und als Reparationszahlung in die Sowjetunion transportiert. Nur das Werk Selterhof blieb erstmal bestehen und diente ab 1946 bis 1949 als Umsiedlungslager. Von 1949 bis 1952 nutze das Gelände die Hauptverwaltung der KVP für die Ausbildung, danach wechselte das Gelände erneut den Besitzer.

 

Der Nachrichtenbunker

 

Die Sowjetarmee nutze fortan das Areal als Depot und Nachrichtenknoten. Die 57. Militärbaubrigade erbaute zwischen 1976-78 3 einen einetagigen, monolithischen Typenbau (Maße Hauptbauwerk 17 x 32 Meter 5). Tarnname war Gnesdo. Über zwei Zugänge, welche über Treppen vor dem Tambour wieder zusammenführen, erreicht man das Hauptbauwerk. Nach der Schleuse befindet sich auf der linken Seite der Raum der Netzersatzanlage mit angebauten Montageschacht und Räume des Tanklager und Kühlwasser. Auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges befindet sich der Nachrichtenraum. Folgt man den Hauptgang weiter gelangt man zu einer T-Kreuzung. Am linksseitigen Ende sind die Sanitäranlagen. Auf den Weg dorthin kommt man vorbei an der Wasserversorgung und Räume zur Überdruckhaltung: Verdichterraum und Druckluftbehälterraum. Am rechtsseitigen Ende, vorbei an den Räumen der Luftversorgung - Filterraum und Klimablock - ist der Raum der Kabeleinführung. Durch den Filterraum und Klimablock gelangt man über einen weiteren Schleusentambour zum Fertigteilanbau vom Typ Granit, welcher als Gefechtsführungszentrum der 132. Nachrichtenbrigade / des 26. Nachrichtenbatallion 4 diente.

 

Heutige Nutzung

 

Nach dem Abzug der Sowjetarmee war das Areal bis 2004 ungenutzt. Im März 2005 erfolgte der Kauf von der Stadt Treuenbrietzen, mitsamt der Altlasten von u.A. 22.400m2 Asbest und 4.000m2 Dachpappe die es zu entsorgen galt und der Rückbau der 85 Gebäude und einer Tankstelle begann. Die benötigten Baugenehmigungen waren im Frühjahr 2008 vollständig und so begann der Bau des Solarpark "Selterhof". Am 06.10.2008 erfolgte die Inbetriebnahme 2.

 

 

Vielen Dank für die Begehung und Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos!

 

 

 

 

 

 

Quellen:

1 Heimatverein Treuenbrietzen e.V.: Treuenbrietzen zwischen 1930 und 1989

2 Infos des Solarpark Betreibers

3 sperrgebiet.eu

4 Hans-Albert Hoffmann & Siegfried Stoof: Sowjetische Truppen in Deutschland und ihr Hauptquartier in Wünsdorf 1945 - 1994

5 Paul Bergner: Programm Delphin

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