Objekt 17/5021, Altenhof

 

 

Inhalt:

 

 

1. Das Objekt:

2. Bauwerksdaten

3. Schutztechnische Parameter

4. Sonstige Informationen

5. Fotogalerie

6. Quellen

 

 

Das Objekt:

 

 

Das Areal teilte sich in zwei Zonen auf: Die Unterkunfts- und die Parkzone. In der Unterkunftszone gab es drei Einfamilienhäuser zur Unterbringung des Personals, ein Wachgebäude, Pkw-Garage, ein Wasserwerk und Baracken für Stabs- und Unterbringungszwecke (¹). Außerdem noch ein Wirtschaftsgebäude, ein Trafogebäude und ein Bunker des Typs FB-3 M. In der Parkzone (nochmals getrennt durch einen weiteren Zaun) war die eigentliche Bunkeranlage untergebracht. Hier existieren sieben im Gelände verteilte Garagenbunker vom Typ FB-75, der Objektführungsbunker (Typ MB-3), eine ausfahrbare, geschützte Antenne, zahlreiche Splitterschutzboxen von der aus mit mobiler Technik die im Einsatzfall gesendet werden sollte (²).

 

Dieser Bunkerkomplex wäre erst nach Ausfall der geschützten Sendestelle 5002 als Ausweichobjekt bezogen worden. Die Hauptaufgabe wäre dann die Sicherstellung der Nachrichtenverbindungen des NVR zu den BEL und KEL, den BV des MfS und zu den Führungsbunkern des MdI und MfNV gewesen. Die Verbindung zur 17/5001, 17/5002 und 17/5005 erfolgte zur 17/5021 mittels Kabel. Falls die Kabelverbindungen ausfielen, konnte mit den mobilen Richtfunksendeanlagen und der geschützten Antenne die Verbindung zu den Führungsbunkern gehalten werden. Im Spannungsfall wären weitere 110 Mann für die Sicherstellung des Betriebes herangezogen worden (²).

 

Das TO 1, der Führungsbunker, ein vom Typ MB 3 errichteter monolitischer Bunker. Für den Rohbau eines MB 3 wurde benötigt: ca. 90t Baustahlmatten und Einzelstäbe, 98 m³ B80 Unterbeton und 47 m³ B 225 Beton. Für die Errichtung der Bodenplatte, Wände, Abschlußdecke, Eingangsbauwerk, sowie der fünf Schächte für Ab- und Zuluft, Montageschacht und Notausstieg wurden weitere 785 m³ B 300 Beton benötigt (²).

 

 

Bauwerksdaten:

 

 

  • Baujahr 1982-1984 (¹)
  • • Kosten 13 Mio. Mark (¹)
  • Maße: 36,6 m lang und 13,8 m breit (²)
  • • Bodenplatte und Aussenwände je 45 cm (²)
  • • max. Deckenstärke 48 cm, 30 cm Erdüberdeckung (²)

 

 

Schutztechnische Parameter²:

 

 

  • • Bei Netzausfall Stromversorgung durch eingebautes DGA mit 75 kVA Leistung, bei 80% Vollast Abgabe von 48 kVA, Kraftstoffverbrauch 18,6 l/h.
  • • Tanklager mit 1,5 m³ Dieselkraftstoff in Fassern gelagert, ausreichend für 3 Tage Betriebszeit.
  • • Batterieanlage mit 7 Batterieträgern, Spannung 42 Volt, 260 Ah.
  • • Schutztechnik: 1 Vorfilter, 4 Absorptionsfilter, 1 Geruchsfilter, 10 Druckklappen, 11 hermetische Klappen.
  • • Schutztüren: 8 hermetische und/oder Druckschutztüren, eine Brandschutztür, 1 hermetische Luke, 5 Druckluken.
  • • Hermetisation, vollständiger Verschlusszustand maximal 5h.
  • • Einteilung in zwei Brandabschnitte.
  • • Keine Feuerlöschanlage, als Ersatz 11 im Bunker verteilte Feuerlöscher.
  • • Lebensmittel, Treibstoff und Trinkwasser ausreichend für 3 Tage autonome Betriebszeit.
  • • Untergliedert in 6 Arbeitsräume, 2 Nachrichtenräume (Fernschreiber), 1 Speiseraum mit 20 Plätzen, 2 Küchenräume, 1 Med.-Raum, 2 Ruheräume mit insgesamt 24 Schlafplätzen, sanitäre Anlage mit darunter befindlichen Schmutzwassertank, 1 Dispatcherraum mit Elt-Einführung, 1 Wasserversorgungsraum, 2 Räume der Netzersatzanlage, 2 lufttechnische Räume und 3 Schleusenräume, zusammen 27 Räume.
  • • Es wurden 1000 m³/h Frischluft eingeführt, aber nur 700 m³/h Abluft abgeführt. Dadurch wurde der gewünschte Überdruck von ca. 200-500 Pa erreicht.
  • • Den Wasserverbrauch von 7,4 m³/h stellte ein Außenbrunnen mit einer Leistung von 6 m³/h für eine maximale Betriebszeit von 24 h sicher. Das Brunnenrohwasser wurde über 2 Kiesfilter zu Trinkwasser aufbereitet. Nach Anweisung des medizinischen Dienstes konnte eine im Bauwerk befindliche Natriumhypochlorit-Anlage zur trinkwasserentkeimung in Betrieb genommen werden.
  • • Die Warmwasseraufbereitung erfolgte durch einen 200 l Boiler mit einer Stromaufnahme von 6 KW.
  • • 1 Kleinstschleuse Typ E, mit einer Schleusenkapazität von 10 Personen und einer Durchlassfähigkeit von 6 Personen/h, sorgte bei verseuchter Außenluft für die Reinhaltung der Innenluft.

 

Sonstige Informationen¹:

 

 

Die Übergabe dieses Objektes wurde am 19.12.1984 zusammen mit dem Objekt 5020 begangen. Die Kosten der Feier belaufen sich auf 38.400,00 Mark. 

 

Bezeichnung

Lage

operative Bedeutung

Besonderheiten

Fläche in ha Wert in Millionen Mark

Kapazität SBW

Personen

WE 50

Bernau

Sendestelle für mobile Technik

leicht verbunkert

101 13 88

 

 


 

 

 

 

Quellen:

¹ Paul Bergner: Programm Delphin

² Stefan Best: Geheime Bunkeranlagen der DDR

 

 

Comments powered by CComment

   

Admin-Bereich