Objekt 17/5020, Bernau

die Kurier-, Melde-, und Verteilerzentrale

 

 

Inhalt:

 

 

 

1. Das Objekt

2. Bauwerksdaten

3. Fotogalerie

4. Quellen

 

 

Das Objekt:

 

Der Bereich I² umfasst die 3 Bunker unterschiedlicher Bestimmung. Bei den Bunkern TO 1 & TO 2 handelt es sich um ein vollständiges Wiederverwendungsprojekt entworfen als monolithisches Typenbauwerk MB/BS STB-81. Die Buchstaben BS im Typenbau stehen für Baustein. Zusammengesetzt wurden sie also aus verschiedenen Baustein-Bunkerteilen. Der Vorteil besteht darin, dass für weitere Bauten dieses Typs keine erneute Planungs- und Projektierungsphase benötigt wurde. Die einzelnen Bauteile des TO 1 sind der technische Sicherstellungsbaustein mit Eingangsbereich, der operative Baustein, der Nachrichten- und der Garagenbaustein.

 

Das TO 2 ist 12,75m kürzer da dort kein Nachrichtenbaustein verbaut wurde. Das TO 3 diente rein als Garagenbunker (zusammengesetzt aus zwei Garagenbausteinen) und bot 24 Pkw und 18 Nkw Platz. Die Fahrzeuge konnten im Garagenanbau beim TO 1 & TO 2 durch je 3 Drucktore von 3,6 x 3,6 m befahren werden und boten eine geschützte Unterbringung von jeweils 12 Pkw und 9 Nkw. Bei dem Garagenbunker sind auf beiden Seiten je 3 Drucktore verbaut. Über den Stabsbunkern gab es je eine Baracke in Leichtbauweise. Diese stellten Arbeits- und Aufenthaltsbereiche für jeweils 26 Personen, Unterkunftsbereiche für insgesamt 42 Personen und eine Küche für 100 Personen bereit.

 

Zum Bereich II zählt der kleine Flugplatz mit dem Flugüberwachungsgebäude (Tower), fünf betonierte Hubschrauberlandeflächen, zwei APM-90 Befeuerungsanlagen (Landescheinwerfer) und einer Garage. Im hinteren Bereich befand sich ein FB 3 und ein Brunnen. Zweck des Brunnens war die Versorgung der HSP-Beregnungsanlage mit Wasser. Eingerichtet war der Flugplatz als Landeplatz für Hubschrauber. Das Flugfeld mit einer maximalen Rollstrecke von 375m konnte nur von Klein- bzw. Verbindungsflugzeuge mit Kurzstart- bzw. Landeeigenschaften angeflogen werden. Das Flugüberwachungsgebäude wurde, mit seinen 13 Räumen und 130 m² Fläche) vollständig verbunkert. Außerdem verfügte es über eine eigene Notstrom-, Batterie- und lufttechnische Anlagen.

In Durchsetzung vom Beschluss des MfNV vom 30.09.1977 wurde der Hubschrauberlandeplatz "Ladeburg 5" am 01.12.1987 in die Nutzung überführt.³ Besetzt mit einer Gruppe zur Leitung der Flüge (gleichzeitige Bereitstellung von max. 5 Hubschraubern) des Kommandos LSK/LV, welche in der Stufe der ständigen Einsatzbereitschaft im Wartungsbetrieb arbeitete. Bei Auslösung zur Herstellung der Aufnahmebereitschaft wird ab x + 3 Stunden die Stufe "Tag einfache Wetterbedingungen" und ab x + 30 Stunden "Nachtschwierige Wetterbedingungen" hergestellt. Entsprechend einer Legende konnten Flüge für die Partei- und Staatsführung und des MfS sichergestellt werden.

 

In einiger Entfernung zum Flugplatz befand sich der Bereich III. Auf einer Fläche von 1,2 ha war der NMP 28.1 (Fertigstellung Anfang 1985) mit einer HSA umzäunt. Die Anlage bestand aus dem Nachrichtenbunker, der Antennenanlage (TO 28.3). Vorgesehen war die Anlage für einen autonomen, vom TO 1 bzw. vom Tower fernüberwachten/gesteuerten Betrieb. Der Nachrichtenbunker (90 m² bebauter Fläche) war durch einer NEA mit einer ADS 20 sowie luft- und schutztechnischen Anlage für einen autonomen/geschützten Betrieb vorgesehen. Im Spannungsfall hätten 5 Fernmeldetechniker den Betrieb aus dem Bunker 28.1 sichergestellt.

 

Am 25.11.87 fand ein Gesamtgeschlossenheitstraining statt, bei der anschließenden Beratung Vorstellungen zur Erhöhung der Flugsicherheit vorgeschlagen: Eine Verbesserung der Hindernisbefeuerung und Sicht in der Einflugschneise sowie die Errichtung einer Tankstelle.³

 

Bauwerksdaten1

 

  • • Baujahr 1982 - 1984
  • • Kosten 22 Mio. Mark
  • • Fläche 76 ha
  • • Maße (ohne Anbauten) (²)
    • TO 1: 74,4m x 13,8m
    • TO 2: 62,1m x 13,8m
  • • Verschluß des Bauwerkes 2004

 

 

 

Quellen:

¹ Paul Bergner: Programm Delphin

² Stefan Best: Geheime Bunker der DDR

³ BStU MfS AGM 117

 

 

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