Medizinische Sicherstellung in einer Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung

 

 

 

Für die medizinische Sicherstellung innerhalb der AFüst einer Bezirksverwaltung gelten besondere Forschriften, auf denen in der Durchführungsbestimmung Nr. 5 der Direktive 1/67 eingegangen wird. Darin heißt es, dass für die Beseitigung von Folgen des Einsatzes von Massenvernichtungsmittel im Ministerium für Staatssicherheit und nachgeordneten Diensteinheiten Punkte für Spezialbehandlung zu planen und vorzubereiten sind. Die materiell-technische Ausstattung ist auf der Grundlage der festgelegten Normen zu planen und zentral bereitzustellen2.

 

 

 Inhalt

 

 

1. Aufgaben

2. Hygienische , Personelle und Sicherstellung

3. Räumliche Gestaltung

4. Abtransport von Geschädigten

5. Quellen

 

 

Aufgaben1

 

Kernaufgabe ist die Sicherstellung und Abstimmung der besonderen Bedingungen in Schutzbauwerken der medizinischen Eigenversorgung, da ein Nachschub im Kriegszustand begrenzt möglich wäre. Die materiell-medizinischen Mittel mussten vor Ort im Medizinischen Punkt eingelagert werden. Die Materielle Sicherstellung erfolgte mit einer Normliste an Ausrüstunggegenständen die jeder Med.-Punkt vorweisen musste.

 

Hygienische und Personelle Sicherstellung1

 

Im Medizinischen Punkt wurden ausschließlich die dort untergebrachten Mitarbeiter behandelt. Die besonderen Bedingungen an Personal in einer geschützten Unterbringung benötigt spezifische Anforderungen. Der wohl wichtigste Punkt ist die Hygiene (Verhinderung der Entstehung und Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten) sowie Grenzwertüberschreitungen der Parameter des Mikroklimas. Optimaler Bereich liegt bei 16 bis 25°C, einer relativen Feuchte von 40 bis 60% und Sauerstoffanteil von 21 Vol.%. Begutachtung und Freigabe von Lebensmitteln und Wasser erfolgte durch die Leitende Schwester. Für die strengen Auflagen war die Arbeitsgruppe des Leiters verantwortlich. Die Kontrolle der hygienischen Normerfüllung fiel in den Aufgabenbereich des Bauwerkskommandanten, der Abweichungen sofort an die Arbeitsgruppe des Leiters der Bezirksverwaltung zu melden hatte und diese die Information an den Leiter der Abteilung Medizinischer Dienst mitteilte. Eine Überwachung sollte so Risikofaktoren welche ungünstige Zustände hervorruft, weitgehend ausschalten können. Neben der täglichen Begehung u.A. des Lebenmittellagers und des Speiseraumes sind monatliche Begehung wurden die Bereiche der Verpflegungsversorgung einschließlich Lebensmittel, sowie Trinkwasser, Entsorgung und Sanitäranlagen kontrolliert.

 

 

 

 

Räumliche Gestaltung1

 

Der Medizinische Punkt wird zweckmäßig in 5 Bereiche unterteilt, die jeweils durch Vorhänge räumlich voneinander getrennt wurden.

  1. ambulanter Bereich
  2. Diagnostik- und Therapiebereich
  3. Bereich Leiter Medizinischer Punkt/Dokumentation
  4. Stationärer Bereich
  5. Regallager
  6. je 2 Doppelstockbetten
  7. Infusionständer

 

 Abtransport von Geschädigten1

 

 

Der Abtransport wurde mit einem Sankra vom Typ Wartburg-SMH durchgeführt. Dieser stand ständig in einer Deckung nahe der Ausweichführungsstelle zur Verfügung. Entsprechend der Ausstattungsnorm ist dieser ebenfalls ausgestattet. 

 

Quellen

 

1 BStU BVfS Potsdam BdL 485

2 BStU MfS ZAIG 7734

 

 

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