Der Familienbunker in der Waldsiedlung

 

 

Inhalt:

 

 

 

Der Bau

 

 

Der Bau erfolgte durch den speziellen Baubetrieb des MfS, den VEB Spezialhochbau Berlin. Die Kosten beliefen sich für Bau und Ausstattung je 2 Millionen Mark¹. Benötigt wurden 650 Betonfertigteile die aneinandergestellt wurden. Dazu kamen noch 70 größere Betonfertigteile für den Einstiegstunnel. Die Aussenwände wurden zusätzlich noch mit ca. 15-25 cm monolithisch gegossene Stahlbeton-Umfassungswände umschlossen. Auf dem Rohbauwerk wurde dann eine Stahlbetondecke von 50-70 cm Stärke betoniert. Das markanteste Merkmal dieses Bunkertyps ist der bis zu 45 m lange, mit zwei gegenüberliegenden Eingängen versehene Treppeneingangstunnel. Über den beiden Zugangstreppen gibt es auf Laufschienen bewegliche Rolltore, die als Schutz vor Wettereinflüsse und Sichtschutz dienen sollten. Generell wurde aber eine Tarnbaracke über den Zugängen errichtet und zur Lagerung von Verbauchsmaterial wie z.B. Ersatzfilter vom Typ PFP-1000 und FP-300 verwendet. Das Bauwerk wurde noch mit Dieselaggregaten je 15kVa Leistung und Dieseltanks mit 5000 - 10.000 Litern ausgestattet.²

 

 

Das Objekt:

 

 

Der Einstiegstunnel konnte von zwei Seiten aus begangen werden. Der Zugang auf der Seite wo die NEA steht, diente hauptsächlich als Montagezugang für die NEA und andere größere Einbauten. Den Hauptzugang erkennt man daran, dass dort eine Dusche zur Dekontaminierung vorhanden ist.

Durch die großzügige Bauweise ist die Belegung für maximal 170 Personen vorgesehen und erlaubte - theoretisch - mehr Bewegungsfreiheit. Selbst bei einer Belegung von 120 Personen verursachte es schon viel Gedränge. Je nach Ausführung gab es einen hermetische Bunkerbereich von ca. 600-800 m² Grundfläche, dort wurde aber noch Verbrauchsstoffe wie Lebensmittel und Filtertechnik gelagert. Dieser Vorrat an Verbrauchstoffen gewährleistete eine autonome Betriebszeit von 14 Tagen. Die eingelagerten Lebensmittel reichten für nur 6 - 14 Tage bei einer Belegung mit 120 Personen.

 

 

Sonstige Informationen (²):

 

 

Die Bereiche der errichteten Bunker in der DDR sind in vier Sauberkeitsgruppen klassifiziert. Die Verschmutzung der Innenräume beginnt mit der Raumgruppe 1.

 

 

RG 1 verschmutzt
RG 2 bedingt verschmutzt
RG 3 bedingt sauber
RG 4 sauber

 

 

 

 

Quellen:

¹ Paul Bergner: Programm Delphin

² Stefan Best: Geheime Bunkeranlagen der DDR