41. Fla-Raketenbrigade, Ladeburg

 

 

 

Inhalt:

 

 

• 2.1. Standorte der Waffensysteme

• 2.2. Schutzeigenschaften

• 2.3. sonstige Informationen

• 2.4. Fotogalerie Gefechtsstand

• 3.1. Fotogalerie FB-75 Stern

 

 

 

 

Das Objekt:

 

Der monolithische, in offener Baugrube gebaute Gefechtsstand der 41. Fla-Raketenbrigade wurde zur Luftverteidigung (Kommandierung der Luftstreitkräfte) des Luftraumes um Berlin eingesetzt und von dort aus die bis zu 14 Raketenabteilungen in Verteidigungsfall zu befehligen. Nach Abschluß der Arbeiten durch das Ingenieurbauregiment 2 (IBR-2) in Albertshof wurde 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche gearbeitet. Das Bauwerk sollte der Besatzung Schutz gegen konventionelle, chemische, biologische und Kernwaffen in einer autarken Betriebsweise bieten. Dafür befanden sich im Bauwerk neben Schleusen und Nachrichtenräume auch eine große Anzahl von technischen Betriebsräumen wie Wasserwerk mit Tiefbrunnen und Netzersatzanlage. Im 2-Etagigen Führungsraum wurde die Luftlage weit über dem Gebiet der DDR hinaus dargestellt und Befehle an die Fla-Raketenabteilungen um Berlin erteilt. Der direkte Zugang aus den Garagenanbau zum Hauptbauwerk ist - nur bei Nichteinsatz von Kampfstoffen - über ein Tamboursystem ins zweite Untergeschoss möglich. Nach der Wende verlor die Anlage an Bedeutung und wurde 1993 außer Dienst gestellt. Danach leitete man den Rückbau der Einrichtung und den Verschluß des Bauwerkes ein. ²

 

 

Bauwerksdaten:

 

  • • Bauzeit 1983-1985 (¹)
  • • Kosten: 18 Millionen Mark (ohne Garagenanbau) (³)
  • • Probebetrieb Oktober 1986 (¹)
  • • Inbetriebnahme 1. Dezember 1986 (¹)
  • • Maße Hauptbauwerk: 35,4 x 29,4 x 13,2 m (mit Anbauten: 72,9 x 70,2 m) (³)
  • • Nutzfläche ca. 1500 m² (¹)
  • • Lagezentrum  14,55 x 8,40 x 8,25 m (³)
  • • Stärke der Zerschellschicht 3,75 m (³)
  • • Hauptbauwerk Schutzklasse D, Garagenbauwerke Schutzklasse E (³)
  • • Bunker im Umfeld: FB-3 S, FB-75
  • • 1976 bis 1986 Errichtung von drei Bunkeranlagen dieses Typs (¹)

 

 

Standorte der Waffensysteme "Wolchow" und "Newa"¹ :

 

 

SA-2 "Wolchow" SA-3 "Newa"
   
FRA 4121 Fürstenwalde FRA 4131 Schönermark
FRA 4122 Prötzel FRA 4132 Fehrbellin
FRA 4123 Klosterfelde FRA 4133 Zachow
FRA 4124 Beetz/Sommerfeld FRA 4134 Reichenwalde

 

 

Schutzeigenschaften¹:

 

 

Als Baumaterial wurde Stahlbeton B 300, mit einer Druckresistenz von 300kp/cm² und Drucktüren mit einer Druckresistenz von 100kp/cm², verwendet. Der Gefechtsstand übersteht somit eine Explosion eines Kernsprengkopf mit 50 Kt in 560 m Entfernung.

 

 

sonstige Informationen¹:

 

 

Unterbringung Personen:  ca. 110 Personen max. 170 Personen (incl. Garagenanbau)
Umbauter Raum: 16.833,0 m³  
Nutzfläche: 1.494,0 m²  
Netzersatzanlage: 3 DGA je 400 kVA  
Gefechtszeit: 14 Tage  
Vollst. Hermetisation: 6 Stunden, lt. Protokoll des Probebetriebes 24h

Druckluftvorrat 6h, lt. Protokoll Probebetrieb 16h

 

 

 

 


 

 

FB-75 Stern (²)

 

 

Der Bunker befand sich in der technischen Zone der Funktechnischen Abteilung. Er diente der geschützten Unterbringung des Personals der FuTA sowie des Stabes. Bunker dieser Bauweise befanden sich in zahlreichen NVA-Objekten.

 

Dem zweietagigen Eingangs- und Sicherstellungsbauwerk ist der Eingangsbereich vorgelagert. Im Obergeschoss wurden Schleusentambour, WC/Waschraum und die Filteranlage angeordnet. Im Untergeschoss sind drei Räume für Elektro, Klimatechnik und Wasserver- und Entsorgung untergebracht.

 

Vom Untergeschoss des Eingangs- und Sicherstellungsbauwerkes gelangte man in die drei sternenförmig angeordneten Bunker vom Typ FB 75. Auch dieser Bunkertyp wurde in der DDR in zahlreichen Variationen gebaut. Im Falle der Bunkeranlage von Ladeburg wurden jeweils 32 Dreigelenkbögen (Halbschalenbauweise) zu einem Bunker zusammengefügt. Durch den Einbau einer Zwischendecke entstanden dann zwei Etagen.

 

Im Obergeschoss der 3 Bunkerteile befanden sich Unterbringungsräume für Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere, Aufenthaltsräume für Techniker, Lehrkabinette sowie Aufenthalts – und Arbeitsräume für die Politabteilung. In einem Bunker wurde außerdem der Zugang zum Notausstieg eingebaut.

 

Das Untergeschoss der Bunker war mit weiteren Dienst-, Arbeits- und Schulungsräumen versehen. Auch ein Clubraum war vorhanden.

 

 

 

 


 

 

 

 

Der Gefechtsstand im heutigen Zustand:

 

Das Schutzbauwerk ist ein Museum und es besteht im Rahmen von verschiedenen Führungen die Möglichkeit es öffentlich zu begehen.

Ein Besuch kann nur empfohlen werden. Weitere Informationen und aktuelle Führungen sind zu finden unter bunker-ladeburg.de

 

Vielen Dank für die Genehmigung zum Veröffentlichen der Fotos!

 

 

 

 

 

Quellen:

 

¹ Paul Bergner: Programm "Delphin"

² bunker-ladeburg.de

³ Stefan Best: Geheime Bunkeranlagen der DDR