Nachrichtenbunker Lobetal, OKM

 

 

Inhalt:

 

 

 

 

 

Das Objekt (²):

 

Das Areal bestand ursprünglich aus drei großen Bunkern. Zwei von denen, der Flakbunker und der Luftschutzbunker, wurden Aufgrund des Potsdamer Abkommens durch Sprengungen vollständig zerstört. Die gezielten Sprengungen drückten die Aussenwände des Flakbunker beiseite und nahmen so der Bunkerdecke die Aufnahme. Die schwachen Innenwände konnten das Gewicht der Bunkerdecke nicht tragen und knickten unter dem Gewicht weg. Die Decke brach in mehrere Teile. Der Luftschutzbunker zerriss durch die Wucht der Detonation in mehrere große Teile, die aber so stehen geblieben sind.

Im Vergleich dazu kam der unterirdische Fernmeldebunker fast unbeschadet davon. Lediglich eine Sprengung im Treppenhaus vom Untergeschoss beschädigte die Aussenwand, so dass Grundwasser eindrang und den Bunker unbrauchbar machte. Anfang der 1960er Jahre nutzten die Sowjets den ehemaligen Bunker des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine und U-Boot Befehlshaber, Großadmiral Karl Dönitz, wieder und pumpten das Grundwasser raus.

 

Der Nachrichtenbunker (²):

 

Die Netto-Grundfläche misst im 1. Untergeschoss ca. 860m² und im 2. Untergeschoss ca. 700 m². Die Stärke der Aussenwände beträgt 90 bis 1,5 m, die Stärke der Innenwände 30 - 90 cm und die Stärke der Bunkerdecke von ca. 1,5 m. Über der Bunkerdecke befindet sich noch ca. 1 m Erdüberschüttung. Die Außenwand und Deckenstärke sind für einen Bunker dieser Größe bescheiden.

 

Das 1. Untergeschoss teilt sich in den 320 m² großen Sicherstellungsbereich mit den beiden Eingangsbauten und den Arbeitsbereich von 540 m². Die einzelnen Räume wurden durch einen Längs- und Querkorridor miteinander verbunden. In den Arbeitsbereich führte Korridor mit 36 m Länge. Ungewöhnlich ist, die Lage des 50 m langen Hauptkorridors an der Bunkeraussenwand. An einer Seite des Korridors befinden sich also nur die Räume des Arbeitsbereiches.

 

Das 2. Untergeschoss erstreckt sich komplett auf die Größe des Arbeitsbereiches vom 1. Untergeschoss und auf ca. 250 m² des Sicherstellungsbereiches, zusammen etwa 700 m². Teile des Untergeschosses unterhalb der Arbeits- und Ruhebereiche besitzen keine raumaufteilenden Trennwände. Die Druckkräfte der Erdüberschüttung, der Schutzkerndecke und des Obergeschosses werden durch Unterzüge und über massive Druckpfeiler in massive Stützpfeiler abgeleitet.

Die Kohlebeheizung behielten die Russen bei. Über die motorbetriebene Druckschutzklappe im Deckenbereich des Heizungsraumes bezog der Heizungskessel Luft. Bei verseuchter Außenluft diente die Druckschutzklappe zum hermetischen Verschluss des Bunkers. Über einen ca. 4 m hohen, rechteckigen Schornstein wurden die Abgase der Heizung, die der beiden Dieselgeneratoren und verbrauchter Abluft abgeführt. Die Frischluft wurde über einen ca. 70 m langen Tunnel und danach durch einen Kiesdruckwellendämpfer von 4 m² Größe in den Bunker geführt.

 

Ein weiteres ungewöhnliches Merkmal ist, dass keiner der Eingänge bzw. Notausstiege über einen Schleusenbereich verfügt. Falls es eine Luftverseuchung in der Umgebung gegeben hätte, konnte der Bunker von außen nicht mehr betreten werden dürften. Lediglich eine notdürftige Reinigungsmöglichkeit gegenüber dem Eingang im Sicherstellungsbereich.

 

Die Sowjetarmee nahm bauliche Veränderungen vor: Der vordere Haupteingang nahe des Schornsteines wurde zubetoniert und mit zwei Notausstiegsluken versehen. Im ersten Untergeschoss wurden zwei Dieselgeneratoren eingebaut. Im 2. Untergeschoss kamen zwei Ventilatoren für Zu- und Abluft. Nebenan sind in einer Reihe und übereinander angeordnete Luftfilter vom Typ FP-300-59 zum Reinigen der Luft von bakteriologischen und radioaktiven Stoffen.

 

 

Fotogalerie

 

 

 

Quellen:

 

² Stefan Best: Geheime Bunkeranlagen der DDR